Palmarum

Palmarum: Bilddetailanalyse

Detail - Blickrichtungen 

Palmarum - Martin Conrad 1720

Detail - Leichentuch

Palmarum - Martin Conrad 1720

Linienführung - gedachtes Kreuz

Palmarum - Martin Conrad 1720

Bilddetailanalyse auf Facebook

Kleine meditative Nachbereitung 

zum Livestream "Palmarum" 

am 5.4.2020


Hosianna - Kreuzige


Jesus

auf seinem Weg

Jesus 

auf einem Esel

Barfuss

Hellwach

Schauend

Grüßend

Segnend


Wohin schaut Jesus?

Wohin schauen die Leute?

Wohin schaue ich?


Was kann ich erkennen?


Eine lebhafte Szene

Menschen wedeln mit Palmenzweigen

Menschen legen Kleidung auf den Weg.

Jesus scheint aus der Situation herauszuschauen.


Die Leute scheinen auf sich zu schauen.


Links: Ein Liebespaar?


Wohin schaut die Frau hinter dem Esel?


Rote Kleidung 

über dem Arm 

oder auf dem Weg:

Nur einer hat etwas weißes dabei


Links: Leichentuch?


Vor Jesus breitet einer ein rotes Obergewand aus. Ein Wegbereiter.


Rechts: Am Tor lehnt ein Balken.


Dieser bildet mit dem roten Obergewand auf dem Weg eine gedachte Linie.


Der Weg Jesu führt schon jetzt zum Kreuz.

Das Tor ist voller Menschen. 


Sie lassen Jesus kaum Raum.


Und da ist einer, 

der wedelt den Palmenzweig nicht mehr. 


Er schaut zu Jesus hin. 

Er streckt seine Hand

- seinen Finger - 

zu Jesus hin.


Rechts: Die Hand weist auf Jesus hin


Jesu segnende Hand 

und die zeigende Hand des Mannes 

bilden auch eine Linie.


Ich erinnere mich 

an das Bild Michelangelos 

in der Sixtinischen Kapelle, 

wo Gott 

den Finger 

zu Adam hin 

ausstreckt.


Beide Linien, 

die von roter Kleidung und Balken 

und die 

von Hand zu Hand, 

bilden ein gedachtes Kreuz.


Einem ist es möglich, das zu erkennen. 


Alle anderen schauen in ganz andere Richtungen.


Jesus scheint seinen Weg zu kennen. 


Seinen Weg durch diese Menschen hindurch 

- für diese Menschen


Er scheint zu ahnen, dass er ihre Erwartungen, die durch die Palmenzweige zum Ausdruck gebracht wird, enttäuschen wird


Da kommt 

kein politisch Mächtiger. 

Kein Gesalbter 

in diesem Sinne 

des zum König 

gesalbten.


Da kommt auch kein allmächtiger Gott

Da kommt ein Mensch, 

der das annimmt, 

was auf ihn zukommt.


Da kommt Gott, 

der die Ohnmacht der Menschen annimmt. 

Ein Gott, 

der Mensch ist 

- ganz und gar.


Kein starrer Götze. 

Keine Projektionsfläche 

menschlicher Allmachtsphantasien. 


Kein von den Menschen 

in den Himmel gehobener.

Kein Gott, 

den man instrumentalisieren könnte, 

den man sich für sich und seine Sache 

zu eigen machen könnte.


Da kommt ein Mensch, 

ein Menschensohn.


Ein Gotteskind, 

das ganz eintaucht 

in die dingliche, 

die materielle Welt, 

den gegenständlichen Kosmos, 

das weltgewordene Universum.


Und - schon in der Schöpfung 

ist diese menschliche Gottesbeziehung angelegt. 


Seit Anbeginn ist Gott dabei, 

den Menschen Mensch zu sein.


Er fordert 

keine Anbetung, 

keine Huldigung, 

keine Unterwürfigkeit.


Er wünscht sich,

wahrgenommen zu werden,

wahrgenommen im hier und jetzt,

wahrgenommen in den Dingen, 

den Menschen, 

den Situationen, 

die uns umgeben.


Dieser Gott Jesu 

ist nicht

hochgesockelt,

hochglanzpoliert,

himmelhoch.


Jesus ist

alltäglich,

schlicht,

erd- 

und 

menschverbunden,

barfuss,

schutzlos

uns ausgeliefert.


Und vielleicht 

kann ihn wirklich 

nur einer erkennen: 


Du für dich!

Palmarum

Die Leiter

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Das Bild durch den Leuchter

Palmarum

Das Bild durch den Leuchter 2

Palmarum

An der Empore St.Nikolai Moorfleet

Palmarum

Die ganze Darstellung

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