Hamburg. Vier Konzerte in vier Kirchen, freier Eintritt. Welche erstklassigen Musiker die Organisatoren neben Giovanni Weiss verpflichtet haben.
Außergewöhnliche Musiker geben vier Konzerte in vier Kirchen beim „MarschlandeMusikFestival25“. Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr präsentieren die Organisatoren um Pastor Michael Ostendorf eine Neuauflage des Festivals. Denn nicht wenige Besucher wünschten sich eine Wiederholung, teilen die Organisatoren mit. Nun gastieren in den denkmalgeschützten Kirchen der Marschlande vom 12. bis zum 14. September bekannte Musiker, darunter der zweifache Echo-Preisträger Giovanni Weiss.
Zum Auftakt haben sich zu einem außergewöhnlichen Projekt die Hamburger Organistin Kerstin Wolf und „DJ Supergid“ alias Gideon Schier zusammengefunden. Am Freitag, 12. September, verwandeln die beiden Künstler die Kirche St. Nikolai am Billwerder Billdeich 142 in einen Dancefloor. Bei „Orgel vs. House“ soll zwischen 21 und 23 Uhr ein nie gehörter Soundmix aus House, Funk und auch für Kirchen typische Klänge entstehen – im Wechselspiel genauso wie gemeinsam.
MarschlandeMusikFestival: Zweifacher Echo-Preisträger Giovanni Weiss ist dabei
Mit dem Jazzgitarristen Giovanni Weiss, dem für seine Vielseitigkeit bekannten Gitarristen Patrick Pagels und dem Studio- und Livemusiker Felix Behrendt am Kontrabass wird in der Tradition von Django Reinhardt feinster Gipsy Swing geboten. Der Auftritt dieses Trios am Sonnabend, 13. September, 20 Uhr, in der Kirche St. Nikolai am Moorfleeter Kirchenweg 64 verspricht laut Organisatoren „ein pulsierendes und lebendiges Erlebnis“.
Am Sonntag, 14. September, 16 Uhr, treffen Harfe und Saxofon auf eine überraschende Kombination. Der Harfenist Alberto Sanchez, Johannes Köppen am Saxofon und der Perkussionist Manuel Beutke wollen den Besuchern eindrucksvoll demonstrieren, dass der Mix aus Latin, Folk und Jazz einen mitreißenden Sound ergibt. Das Konzert wird unter freiem Himmel beim Wiesenhaus gegenüber der Kirche St. Pankratius am Alten Kirchdeich 8 geboten. Die Organisatoren des Festivals weisen darauf hin, dass die Besucher Decken oder Stühle mitbringen sollten. Bei widrigem Wetter wird das Konzert in die Kirche verlagert.
Zum Abschluss gibt es einen besonderen Gottesdienst mit Gospel-Klängen
Zum Abschluss des Festivals lädt Pastor Michael Ostendorf zu einem „Gospel Worship“, einer „Gospel Verehrung“ ein: Am Sonntag, 14. September, 20 Uhr, treten in der Dreieinigkeitskirche am Allermöher Deich 99 Myra Maud (Gesang) und Frederick Thoele (Piano) auf. Sie umrahmen den besonderen Gottesdienst mit Songs aus bester Gospel-Tradition. Das Duo war bereits bei der Premiere vor einem Jahr beim Abschlussgottesdienst mit dabei.
Vor und nach den Konzerten wird zum „geselligen Beisammensein bei ausgewählten Getränken eingeladen“. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, eine „angemessene Spende“ am Ausgang wird erbeten.
Pastor Michael Ostendorf und Musikfreund Günter Flenner stecken hinter dem Projekt
Organisiert wird das kleine, aber feine Festival von Ostendorf und Günter Flenner aus Wohltorf, einem Musikfreund und Konzertveranstalter. Der erste Kontakt der beiden liegt bereits einige Jahre zurück, als Flenner, der das Organisieren kleiner Konzerte als sein Hobby bezeichnet, einen geeigneten Ort für einen Auftritt der Band Chipai suchte. Er wurde in der Moorfleeter Kirche fündig und rannte bei dem musikalischen Pastor Ostendorf quasi offene Türen ein, erinnert sich Flenner. Das Konzert, bei dem Saxofon, Harfe, Cajon und Gesang in St. Nikolai erklangen, sei „riesig angekommen“. Für die Marschlande sei dieses Festival eine wunderbare Bereicherung. Die Vielfalt der Musik lasse die Räume in den denkmalgeschützten Kirchen neu erklingen, ja neu erleben, betont Ostendorf.
Das Festival wird hinter den Kulissen ehrenamtlich gestaltet und ist nur durch die Unterstützung von Sponsoren und Spendern umsetzbar, wofür die Organisatoren außerordentlich dankbar sind, betont Ostendorf. In den Marschlanden ansässige Unternehmen sponsern das Festival, etwa durch den Druck der Flyer, die nun in den lokalen Geschäften ausliegen, und Plakate. Die Profi-Musiker bekommen zwar Gagen, würden aber zu einem überschaubaren Preis auftreten, betont Flenner: „Ich kenne sie schon lange, habe einen guten Draht zu ihnen.“
Vor einem Jahr lockten die Kirchenkonzerte fast 500 Besucher an
Die Gesamtkosten des Festivals würden „mehrere Tausend Euro“ betragen, sagt Flenner. „Vor einem Jahr konnten wir die Kosten gerade so decken. Damals lockte das Festival insgesamt knapp 500 Besucher, von denen nicht wenige bei allen vier Konzerten waren.“ Flenner und Ostendorf hoffen, dass sich die hohe Qualität der Konzerte vom vergangenen Jahr inzwischen herumgesprochen hat und zur zweiten Ausgabe des Festivals noch mehr Besucher kommen.